Brief an Pater Aidan von Pilgern aus Medjugorje

 

Lieber Pater Aidan!

Danke für Deinen Brief an die PilgerInnen auf unserer Reise nach Medjugorje, welchen ich dort verlesen durfte.

Leider war es Dir aus den evidenten Gründen – SARS Covid 2 (Corona) – heuer nicht möglich aus Deiner Heimat Tansania zu uns zu kommen, um mit uns eine Pilgerreise nach Medjugorje zu unternehmen.

Das ist sehr schade und so mussten wir uns leider ohne Dich auf den Weg machen. Unter den derzeitigen Umständen „3G“, wie es bei uns heißt: „Geimpft – Getestet – Genesen“, war es möglich diese Reise anzutreten, penibel durch den Veranstalter kontrolliert!

Wir hatten eine gute Anreise nach Medjugorje und sind dort wohlbehalten angekommen. Nun fehlte uns aber Deine Erfahrung und geistliche Begleitung sowohl während der Reise (Gebete und Rosenkranz unter Deiner Leitung), Deine Begleitung und geistliche Unterstützung vor Ort (auf dem Weg zum Erscheinungsberg und auf den Kreuzberg), Deine Dienste für die Gläubigen (zelebrieren der Heiligen Messe mit den Pilgern mit Deinen inhaltsvollen Predigten und das Bußsakrament) und Deine liebevolle Art Menschen anzusprechen und ein Miteinander zu gestalten.

Und umso mehr noch fehlten uns auch Deine Erzählungen, wie es in anderen Ländern der Erde schwierig ist für die Menschen in teils tiefer Armut zu leben und welche Agenden Du setzt, dass es den Menschen dort besser geht mit liebevollen Engagement und Einsatz für die Kinder und Jugendlichen um einen Kindergarten besuchen zu können, eine Schulbildung zu erhalten, einen Beruf zu erlernen und oder wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag den Kindern schenken zu können.

Ein Tischgebet während der Tage in Medjugorje lautete: „Gegrüßet seist Du Maria … und segne uns und unsere vollen Teller und lass´ uns jene nicht vergessen, die gar keinen Teller haben!“

Freilich sind auch andere Geistliche vor Ort, keine Frage.
Aber Du fehlst!

Wir hoffen sehr, dass Du nächstes Jahr wieder kommen und mitfahren kannst und wir wieder eine geistliche Begleitung haben dürfen.

Liebe Grüße und im Gebet verbunden,
Michael

Hilfsprojekt Licht Mariens 2018


Hilfsprojekt Licht Mariens – Brot und Schule 2018 

Freunde Mariens – Schule und Brot für Tansania

 Bericht der Gebetsaktion Medjugorje im Heft 129

Bericht der Gebetsaktion Medjugorje im Heft 129

Im Jahr 2018 wurde ein weiterer Artikel im Rahmen des Hilfsprojektes „Licht Mariens – Brot und Schule“ in der Quartalszeitschrift „Medjugorje“ Nummer 129 des gemeinnützigen Vereins „Gebetsaktion – Königin des Friedens – Medjugorje“ über das Projekt „Brot und Schule“ von Pater Aidan veröffentlicht. Die so gesammelten Spendengelder haben zum Aufbau des Hilfsprojektes in der Diözese Moshi in Tansania maßgeblich beigetragen.

WIR MÜSSEN FÜR EUROPA BETEN
Interview mit Pater Aidan – das Gespräch führte für die Gebetsaktion Dr. Maximilian Domej.

Wieder ist ein Jahr vergangen seit Pater Aidan das letzte Mal aus Tansania nach Europa gekommen ist. Die Aktion Licht Mariens war dank der großzügigen Spenden der Leser und Abonnenten der Gebetsaktion stets ein großer Erfolg und eine großartige Unterstützung für die Projekte in Tansania, für die sich Pater Aidan engagiert. Bildung spielt dabei immer eine große Rolle, da sie letztlich ein Weg aus der Armut ist. Nun wurde von Pater Aidan der Entschluss gefasst, einen eigenen Verein zu gründen. Im folgenden Gespräch spricht er mit uns über die Wichtigkeit.

Pater Aidan, wie sind Deine Projekte in Afrika, und wie können wir Dich auch weiterhin unterstützen?

Ich bin sehr dankbar für eure Unterstützung, die seit 2009 anhält – das sind schon fast zehn Jahre. Wir haben mit den Spenden viel für den Kindergarten gemacht – besonders für die Waisenkinder in Tansania – und auch für die Volksschulkinder. Wir unterstützen sie beim Schulgeld und stellen Essen und Uniformen zur Verfügung. Es war uns sogar möglich, einzelnen jungen Menschen ihr Universitätsstudium zu bezahlen.

Du warst 2017 im Jubiläumsjahr „100 Jahre Fatima“ mit einer Pilgergruppe auch in Fatima, dann in Lourdes und in Medjugorje. Was bedeuten diese Pilgerfahrten für Dich als Priester?

Ich bin sehr dankbar, dass ich als Priester die Gelegenheit hatte, die geistliche Dimension dieser Wallfahrtsorte zu erfahren. Wir waren mit 40 Leuten unterwegs. Sie sind auch zu mir beichten gekommen. Sie haben mit mir über ihre Probleme und ihre Sorgen gesprochen, und ich habe immer das Gefühl gehabt, dass die Menschen die Muttergottes und eine geistliche Beratung brauchen, nicht Reiki, Yoga und all diese modernen Angebote von Therapeuten. Während meiner Predigt in Fatima habe ich gefragt: „Wie viel kostet es, wenn man zum Psychologen geht? Zwischen 100 und 200 Euro für ein bis zwei Stunden. Und wie viel kostet es wenn man einen Rosenkranz betet? Nur Zeit.“ Für mich ist das sehr, sehr wichtig. Die drei Wallfahrtsorte sind für mich Orte der Anbetung, der Beichte und der Buße. Dort fühlt man noch besser die Stille, die innere Ruhe und die Verzeihung Gottes. Der heilige Papst Johannes Paul II. hat gesagt: „Per Mariam ad Christum.“ Zu Jesus durch Maria. Ich glaube das sind die größten Früchte für Menschen, die mit ihren Sorgen, Leiden, mit ihrer Hoffnungs- und Orientierungslosigkeit hinkommen.

Wie siehst Du Medjugorje aus theologischer Sicht, auch in Anbetracht der sehr positiven Äußerung von Bischof Hoser?

Ich glaube, es wird dadurch einfacher werden. Es hat jetzt ein sehr positiver Prozess begonnen. Es ist eine Gnade, Papst Franziskus ist sehr positiv. Deshalb bin überzeugt, dass irgendwann der Prozess in die Richtung geht, dass Medjugorje anerkannt wird.

Die Muttergottes hat 1917, also vor 100 Jahren, wo sehr viel in Europa geschehen ist, wo sich etwa durch die Russische Revolution sehr viel Negatives in der Welt verbreitet hat, in Fatima zum Rosenkranz aufgerufen. Auch heute ist die Welt in Aufruhr. Wo siehst Du die Rezepte für eine bessere Welt? Wo können wir der Muttergottes helfen, dass sich ihre Pläne erfüllen?

Ich bin optimistisch, dass Menschen in Europa auch wieder zu den Wurzeln Europas zurückfinden. Ohne Christentum gibt es kein Europa. Europa braucht zwei ganz wichtige Dinge: Erstens, einen festen Glauben, und es gibt so viele Berufungen durch Medjugorje; aber Europa braucht auch Kinder – ich sehe an den Statistiken, da hat hier eine Familie durchschnittlich 1,5 Kinder. In Afrika liegt die Geburtenrate bei acht Kindern. Ohne Kinder gibt es keinen Nachwuchs. Das Problem, das wir heute mit den Muslimen haben sind nicht die terroristischen Muslime, das Problem ist, dass wir zu schwach in unserem eigenen Glauben sind. Wir müssten auch so stark in unserem Glauben sein – nicht fanatisch, aber selbstbewusst: Wir sind Christen, wir sind Katholiken. Ich bin überzeugt, dass die Muttergottes in Europa wirkt. Auf Lateinisch sagt man „gratia supponit naturam“ – die Gnade kommt von oben wenn wir Gott anrufen. Aber das braucht einen Platz, in dem diese Gnade, dieser Segen für Europa, für unsere Kinder, für den Glauben, für die Neuevangelisierung auch wahrgenommen wird. Momentan sehe ich die Entwicklung in Europa eher negativ – die Zahl der Atheisten im deutschsprachigen Raum wird steigen, wenn wir nicht bewusst dagegen wirken. Und dann gibt es ja auch noch andere Religionen, wie den Buddhismus mit der Wiedergeburt und die verschiedenen Strömungen, die Esoterik… Ich glaube das ist eine Gefahr, aber auch eine Chance darüber nachzudenken, wohin wir gehen möchten und was wir tun können.

Wie siehst Du die Flüchtlingsbewegung und die kulturelle Durchmischung?

Seit Jahrhunderten gibt es schon Völkerwanderungen, aber es war noch nie so stark wie momentan, wo meist junge Leute aus Afrika oder aus Asien nach Europa kommen. Die meisten sagen: Die Europäer wollen keine Kinder, sie sagen „Kinder sind zu teuer“. Muslime können mehr Frauen haben und daher auch mehr Kinder – im Durchschnitt sind es sechs oder sieben. In 50 Jahren werden sie also die Mehrheit hier in Europa ausmachen. Im Hinblick auf die Identität und Kultur Europas ist das gefährlich. Die europäische Zivilisation ist auf dem Christentum aufgebaut: Alles, was hier ganz positiv ist – Bildung, Kultur der Arbeit, Zivilisation, Sozialsysteme – ist auf dem Christentum aufgebaut und lebt nach den Ideen, die uns Jesus gelehrt hat. Die besten Schulen sind geleitet von den Jesuiten, den Barmherzigen Brüdern, den Dominikanern… Wir müssen für Europa beten, aber auch für die Substanz – für den Glauben und die Kinder. Ich glaube Europa braucht auch Sühne und Fasten. Ohne Medjugorje, wo Sühne, Gebet und Beichte sehr stark sind, gibt es keinen Frieden und kein wahres Umdenken.

In Medjugorje erscheint jetzt schon fast 37 Jahre die Muttergottes. Pater Niederschlag aus Deutschland hat gesagt: „Wenn die Kinder in Gefahr sind, dann kommt die Mutter zu ihnen.“ Er sieht darin auch die Botschaft von Medjugorje. In Europa wird durch eine sehr säkulare, atheistische Denkweise vieles überdeckt, und wir kennen unsere Identität nicht mehr. Welche Erfahrungen hast Du mit den Kindern in der Schule, im Kindergarten bezüglich des Rosenkranzgebets gemacht und was bedeutet er Dir persönlich Medjugorje als Priester?

Als Priester sage ich: Medjugorje ist ein Geschenk Gottes für die Welt. Für mich ist der Rosenkranz ganz wichtig. Nicht nur für die Schulen, sondern auch für die Familien bei uns. Man sieht viele Familien in der Kirche Rosenkranz beten, auch Studenten. Besonders im Mai und Oktober ist es sehr stark. Jedes Mal wenn ich nach Europa fliege, nehme ich Rosenkränze mit. Und ich bringe sie auch in die Schule, damit die Lehrer sie an die Kinder verteilen. Jeden Samstag kommen Kinder, auch sonntags nach der Anbetung, und beten.

Ist die Religiosität bei euch etwas Selbstverständliches?

Ja. Ein Pfarrer aus Westafrika hat gesagt: „Die Zukunft der Kirche ist in Afrika.“ Bei uns gehen die Menschen gerne zur Kirche. Die Heilige Messe dauert bei uns zwei bis drei Stunden, die Predigt 40 Minuten. In Österreich oder in Europa würden die Menschen da schon zu jammern beginnen. In Afrika hat jede Pfarre jeden Sonntag vier Heilige Messen. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Es gibt viele Pfarren, die jeden Tag zwei Heilige Messen feiern. Bei uns ist Religiosität etwas anderes, nicht so wie hier, wo die Menschen leider oft nur zu großen Festen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten in die Kirche kommen. Afrika wäre ohne die Kirche unvorstellbar. Das reicht in die Dimension von Bildung, von Entwicklung hinein. Die besten Schulen sind von Christen geleitet. Das Christentum hat sehr viel geholfen, und bei uns schimpfen die Leute nicht über die Priester oder den Papst. Es gibt niemanden, der aus der Kirche austreten will.

Was möchtest du unseren Lesern zum Schluss noch sagen?

Ich möchte meine innigste Dankbarkeit ausdrücken.

Ich wünsche euch alles Gute für euren Verein. Er hat sicher auch eine breitere Möglichkeit und die notwendigen Ressourcen, sich zu verbreiten. Du bist nach wie vor ein ganz tapferer Zeuge der Muttergottes und des Priestertums. Wir danken Dir!

Brot und Schule – Aktion für Tansania

Seit neun Jahren unterstützt die Gebetsaktion mit der Aktion „Licht Mariens“ die sozialen Projekte von Pater Dr. Aidan Msafiri in Tansania. Pater Aidan ist ordentlicher Professor für Philosophie und Ethik an der theologischen Fakultät St. Augustin in Tansania. Inspiriert von der großen Gnade in Medjugorje, versucht er in seiner Diözese die Botschaften von Medjugorje zu verbreiten. Er ist zutiefst dankbar für die jahrelange Unterstützung seiner Projekte und sagt immer wieder, dass er für alle Wohltäter täglich betet. Um auch in Zukunft im Dienste der Muttergottes so viel Gutes tun zu können, bittet er uns, ihm weiterhin bei seinen Projekten zu helfen. Im April 2018 gründete Pater Aidan gemeinsam mit Freunden aus Österreich den Verein: Freunde Mariens — Brot und Schule für Tansania. Wir von der Gebetsaktion sind froh, dass diese Aktion mittlerweile eigene Wurzeln geschlagen hat und möchten es in unserem Heft weiterhin unterstützen.

Hilfsprojekt Licht Mariens 2015


Hilfsprojekt Licht Mariens 2015 

Freunde Mariens – Schule und Brot für Tansania

 Bericht der Gebetsaktion Medjugorje im Heft 119

Bericht der Gebetsaktion Medjugorje im Heft 119

Im Jahr 2015 wurde ein weiterer Artikel im Rahmen des Hilfsprojektes „Licht Mariens“ in der Quartalszeitschrift „Medjugorje“ Nummer 119 des gemeinnützigen Vereins „Gebetsaktion – Königin des Friedens – Medjugorje“ über das Projekt „Brot und Schule“ von Pater Aidan veröffentlicht. Die so gesammelten Spendengelder haben zum Aufbau des Hilfsprojektes in der Diözese Moshi in Tansania maßgeblich beigetragen.

MEDJUGORJE IST EINE QUELLE DER BARMHERZIGKEIT
Anlässlich des Aufenthaltes in Europa besuchte Pater Univ.-Prof. Dr. Aidan Msafiri auch die Gebetsaktion in Wien. Wir konnten mit ihm das folgende interessante Interview über die aktuelle Situation in Afrika und seine persönlichen Erfahrungen mit Medjugorje machen. Das Gespräch führte Mag. Kristina Malina-Altzinger.

Pater Aidan, du kommst gerade aus Medjugorje. Welche Erfahrungen bringst du mit?

Für mich ist Medjugorje ein Geschenk Gottes. Es war meine siebente Reise an diesen Gnadenort, und jedes mal tanke ich dort geistig auf. Aber ich merke durch meine Erfahrungen als Priester und Beichtvater, dass sehr viele Menschen in Medjugorje ihr geistiges Leben erneuern, indem sie eine neue Beziehung zu Gott beginnen. Männer und Frauen haben Probleme in der Ehe, oder Ordensleute haben Schwierigkeiten in ihrer Berufung, und alle tanken hier neu auf. Sie gehen mit neuer Kraft und Freude wieder nach Hause zurück. Viele Ehen brechen auseinander, aber hier in Medjugorje finden sie wieder zusammen. Die großen Krisen beginnen im Kleinen, in der Familie. Medjugorje ist ein besonderer Ort der Gnade, der Ruhe, der Gelassenheit – es ist ein Wunder! Medjugorje ist ein Wunder! Auch nächstes Jahr möchte ich wieder nach Medjugorje, als Priesterbegleiter. Es soll eine Dankeswallfahrt werden zu meinem 25-jährigen Priesterjubiläum. Alles was ich bin und mache ist Medjugorje zu verdanken.

Wie können die verschiedenen Religionen zum Frieden beitragen?

Jede Religion kann drei Rollen spielen. Erstens, Religion als Mittel des Friedens. Ich als Christ, als Priester, als Katholik, ich soll mich fragen: Wie kann das Christentum, wie kann mein Glauben den Frieden verbreiten. Ich muss auch beitragen, dass das Christentum wirklich Frieden stiftet. Die zweite Rolle für jede Religion – Christentum, Buddhismus, Islam – kann auch als Mittel der Gewalt missbraucht werden. Wir sehen das momentan beim Islam. Die islamistische Sekte Boko Haram beispielsweise benutzt die Religion als Mittel zur Gewalt. „Boko“ bedeutet „Buch”, und „Haram“ ist das arabische Wort für „illegal“. Das bedeutet, dass man alles, was mit dem Christentum, den europäischen Ländern zu tun hat, umbringen muss. Außerdem ist alles Westliche verboten, wie ein Computer beispielsweise. Und die dritte Rolle ist, Religion als Mittel der Versöhnung. Wir Menschen sind nicht vollkommen und daher muss ich schauen, wie meine Religion wieder Frieden stiften kann. Dafür ist Versöhnung notwendig. Das ist meine These, die Religion kann auf drei Arten wirken.

Wie siehst du die Zukunft Europas?

Europa ist auf zwei Dingen aufgebaut. Erstens auf dem christlichen Glauben und zweitens auf den Kindern. Beides ist momentan in einer Krise. Einige wollen nicht mehr in die Kirche gehen, weil ihnen der Priester nicht gefällt oder sie keinen Kirchenbeitrag zahlen wollen. Bei uns in Afrika kommen die Menschen in die Kirche. Sie wissen, dass die Priester unvollkommen sind, aber wir gemeinsam stark sind! Junge Menschen wollen keine Kinder mehr bekommen, ein Kind ist zu teuer, sie nehmen sich lieber einen Hund. Das Pro-Kopf-Brutto-Einkommen Tansania beträgt 130 Euro pro Jahr. Trotzdem bekommen sie viele Kinder. Denn sie wissen, Kinder sind ein Segen. Wir dürfen nicht vergessen: Ohne Christentum und ohne Kinder gibt es kein Europa in der Zukunft. Zuerst solle sich jeder bewusst werden, dass wir das Glück haben Christ und Christin zu sein. Dies ist ein großes Glück. Jesus als Person zu kennen und ihn Freund nennen zu können. Außerdem die Kirche als etwas Positives, als ein Geschenk Gottes zu sehen. Wir dürfen nicht immer nur die menschlichen Fehler sehen. Philosophisch und theologisch kann man sagen, die Kirche hat zwei Dimensionen, die geistliche und die menschliche. Aber wir müssen auch beten, damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

In den westlich säkularisierten Ländern entfernen sich die Menschen immer mehr vom Glauben. Was kann man dem aus deiner Sicht entgegnen?

Die Muttergottes ruft uns immer auf: „Betet, betet, betet!“ und „Frieden, Frieden, Frieden!“ Der liebe Gott hat uns die Freiheit gegeben. Wir können tun, was wir wollen. Wir können uns nach freiem Willen für das Gute oder Schlechte entscheiden. Deshalb kommt die Muttergottes und sagt „betet, betet, betet“, damit wir uns bewusst werden, was gut und richtig ist. Ich glaube, durch die sogenannte grenzenlose Freiheit kommt es zu einer Zerstörung des Glaubens, der Zivilisation, der katholischen und humanen Werte, in der Gesellschaft, Wirtschaft, Bildung und Sexualität. Überall können wir dies beobachten. Was wäre Afrika ohne die Religion, die katholische Kirche? Die besten Schulen, die besten Universitäten oder Straßen werden von katholischen Organisationen gebaut – ja, alle Priester, Bischöfe und Ordensleute machen sehr viel. Die Christen in Europa sollten wieder auf ihren Glauben stolz sein und ihn auch öffentlich zeigen.

Worin siehst du den Grund für die extreme Polarisierung und den Ursprung des religiösen Fanatismus?

Fanatismus ist sehr oft ein Resultat von einem Leben ohne Perspektive. Es geht um Orientierungslosigkeit. Hier ist die Politik gefragt, Menschen wieder eine Perspektive zu geben. Aber auch jeder einzelne kann etwas dazu beitragen. Man sollte sich bewusst werden, dass es humane Werte gibt, die jedem Menschen zustehen und die er besitzt unabhängig von Religion. Denn der Mensch ist Abbild Gottes. Wenn ich dich also ansehe, sehe ich auch Gott in deinen Augen. Dies unabhängig, ob du nun an meinen Gott glaubst oder nicht. Die Würde des Menschen ist also von sehr großer Bedeutung. Als zweiten Punkt die Solidarität. Wir Menschen brauchen einander. Wir können die Welt zusammen besser machen, Einheit in Vielfältigkeit. Und der dritte wichtige Punkt ist die Kultur der Verantwortung. Wir sind füreinander verantwortlich. In Afrika gibt es den Ausspruch: „Ich bin, weil wir sind.“ Ohne dich bin ich nichts – ohne mich bist du nichts. Es zeigt, wie wichtig die Gemeinschaft ist. In Europa hört man oft: „Mir san mir“ was das genaue Gegenteil besagt. Ich brauche dich nicht, und ich mach, was ich will, und mir geht es gut alleine. Das ist bloß Egoismus.

Was bedeutet gerade in dieser schwierigen Zeit die Friedensbotschaft von Medjugorje?

Ich sehe immer wieder Medjugorje als ein Geschenk Gottes an Europa und an die ganze Welt. Die Muttergottes ruft uns wiederholt zur Umkehr auf. Der Mensch ist unvollkommen und braucht die geistliche Reinigung, Umkehr, Einkehr. Er muss verstehen, dass er unvollkommen ist, und einfach Buße tun, beten und den Frieden stiften soll. In zwei Jahren sind es 100 Jahre seit den Erscheinungen in Fatima. Medjugorje ist Quelle des Friedens, der Bekehrung und Umkehr. Es sollte jeder nach Medjugorje gehen und einfach beten, für den Frieden auf der Welt, Frieden zwischen den Religionen, Frieden in den Familien, Frieden in der Ehe, zwischen allen Menschen. Momentan gibt es viele kleine Krisengebiete, aber es werden immer mehr. Und die Gospa zeigt uns einen Weg aus diesen Krisen. Wir müssen auf die Knie gehen und beten. In einer Botschaft hat sie gesagt: “Durch euer Gebet könnt ihr Kriege verhindern“- wir sind uns dieser Kraft oft gar nicht bewusst. Außerdem geht es um Barmherzigkeit. Papst Franziskus hat das Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Wir müssen die Barmherzigkeit Gottes wahrnehmen, durch die verschiedensten Quellen. Medjugorje ist solch eine Quelle. Ich glaube, es gibt keinen anderen Erscheinungsort, wo sich so viele Menschen bekehren, so viele junge Menschen den Glauben entdecken und so viele Menschen zur Beichte gehen. Jeder Priester oder Bischof glaubt an die Muttergottes und ist sich ihrer Rolle bewusst. Es gibt das Kirchenrecht, dieses besagt, dass Erscheinungen von der Kirche beurteilt werden müssen. Aber was ich sagen kann, ich sehe die Früchte, die Bekehrungen, den Frieden der von Medjugorje ausgeht. Gute Dinge strahlen aus – für die Kirche und die Gesellschaft. Für mich ist Medjugorje wahr!

Was hat unsere Aktion Licht Mariens in deiner Diözese in Tansanien bewirkt?

Durch eure wundervolle Aktion „Licht Mariens“ ist es uns möglich, in Tansania unzähligen Menschen zu helfen. Durch das Geld ermöglichen wir 187 Kindern, bei uns im Kindergarten zu sein. Die meisten von ihnen sind Waisen, weil ihre Eltern an HIV gestorben sind. Es gibt keine Kinderheime, sondern diese Kinder wachsen bei den Großeltern oder anderen Verwandten auf. Wenn die Kinder in die Schule kommen, geben wir ihnen eine Schuluniform, etwas zum Essen und zum Schreiben. Dann bezahlen wir die Kindergärtnerinnen, das sind drei Frauen und eine Köchin und außerdem einige Klosterschwestern. Wir haben auch zwei Schulen mit fast 800 Kindern. Auch sie bekommen eine Uniform und täglich Essen. Und wenn jemand krank wird, geben wir ihm auch Geld für den Arzt bzw. Medikamente. In Tansania kann man wegen 2 Euro sterben, die man nicht hat, denn es gibt keine Krankenkasse. Außerdem gibt es Priester, die wir unterstützen können. Ich bin außerdem Diözesan-Jugendleiter und damit für 80.000 Jugendliche verantwortlich, daher veranstalte ich Seminare. Und dann gibt es einige, die danach auf die Universität gehen. Ein Mädchen macht ihren Master sogar in Wien. Aber einige wählen auch den Weg der Berufsschule. Diese werden auch unterstützt. Die Ausbildung ist das Wichtigste, was wir den Menschen mitgeben können. Damit wird durch diese Spenden den Menschen in Tansania nachhaltig geholfen. Hilfe zur Selbsthilfe. Dies ist ein Wunder von Medjugorje.

Nächstes Jahr feierst du dein 25-jähriges Priesterjubiläum. Hast du einen besonderen Wunsch?

Eigentlich nicht. Ich bin für all die Gnaden, die ich bis jetzt vom Himmel bekommen habe, sehr dankbar. Aber für meinen Alltag habe ich wirklich seit Jahren einen Wunsch. Für einen Priester ist ein Auto sehr wichtig. Die Distanzen sind enorm, 60 Kilometer von einer Ortschaft in die andere. Außerdem liegt Tansania am Fuße des Kilimandscharo, das bedeutet die Straßen sind sehr hügelig und nicht asphaltiert. Daher wäre mein einziger Wunsch zu meinem 25. Priesterjubiläum, für meine pastorale Tätigkeit, ein MIVA-Auto.

Was möchtest du unseren Lesern noch sagen?

Aus ganzem Herzen bedanke ich mich bei allen Wohltätern. In unseren Gebetsgruppen beten wir auch für Euch. Ich wünsche Euch allen viel Segen und Kraft. Schauen wir immer nach vorne. Es ist momentan eine Krise in Europa, aber das Heilmittel dagegen ist der Rosenkranz.

Brot und Schule – Aktion für Tansania

Seit 11 Jahren unterstützt die Gebetsaktion mit der Aktion ‘Licht Mariens’ die sozialen Projekte von Pater Aidan in Tansania. Pater Dr. Aidan Msafiri ist ordentlicher Professor für Philosophie und Ethik an der theologischen Fakultät St. Augustin in Tansania. Pater Aidan besucht jedes Jahr Medjugorje. Inspiriert von der großen Gnade versucht er in seiner Diözese die Botschaften von Medjugorje zu verbreiten. Er ist tief dankbar für die jahrelange Unterstützung seiner Projekte und sagt uns immer wieder, dass er für alle Wohltäter täglich betet. Er bedankt sich bei jedem von uns im Namen tausender Kinder, die durch die Aktion ‘Licht Mariens’ durch die schulische Ausbildung eine bessere Zukunft erlangt haben. Er ist tief dankbar, dass er im Dienste der Muttergottes so viel Gutes tun kann und bittet uns, ihm weiterhin bei seinen Projekten zu helfen.

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